PHP Magazin

PHP, JavaScript, Open Web Technologies

AJAX-Tools im Einsatz

X

Alles zu Facebook Hack findet Ihr in unserer neuen Serie: What the Hack?!

Handlanger

AJAX-Tools im Einsatz

Daniel Koch

Natürlich kann man AJAX-Anwendungen ganz puristisch von Hand schreiben. Was für Neueinsteiger in die AJAX-Welt sogar ein probates Mittel ist, um sich mit der Materie vertraut zu machen, dauert dort, wo es komplexer wird, zu lange. Hier sollte man sich Tools bedienen, die einem während der Unterstützung helfend unter die Arme greifen. Egal ob integrierte Entwicklungsumgebungen (IDE), DOM-Inspektoren, Debugger oder JavaScript-Testumgebungen: der Markt für AJAX-unterstützende Tools wächst täglich. Dieser Artikel liefert einen aktuellen Überblick darüber, was verfügbar und vor allem auch was sinnvoll ist.

AJAX-Applikationen lassen sich auch ohne Entwicklungsumgebungen erstellen. Wer allerdings mit der Entwicklung komplexer Applikationen betraut ist, kommt zumeist nicht um den Einsatz einer IDE oder zumindest eines IDE-Plug-ins herum.

IDE oder Framework?
Einige der hier als IDE aufgeführten Tools könnten auch in den Bereich Framework fallen. Denn Tools wie Atlas und XI-Community/XI-Factory sind durchaus beides.

Eine freie IDE bietet Adobe mit Spry an. Interessant sind vor allem die mitgelieferten Beispiel-Applikationen, aus denen besonders der RSS-Reader und ein Fotoalbum hervorstechen. (Auch wenn diese Einschätzung natürlich äußerst subjektiv ist.) Neben den Beispielanwendungen enthält das Paket die eigentliche JavaScript-Bibliothek, das Framework und eine Dokumentation. Bevor man sich Spry allerdings herunterladen kann, muss man sich auf der Adobe-Website registrieren. Im Gegensatz zu anderen Frameworks, die Objekte und Funktionen für die eigene JavaScript-Programmierung bereitstellen, setzt Spry auf HTML-Platzhalter. Wie die aussehen, zeigt ein Blick auf eine von Adobe bereitgestellte Online-Galerie, in der man sich den Quelltext anzeigen lassen kann.

Die Syntax erinnert an serverseitige Skriptsprachen wie PHP und JSP. Probleme bedeuten die Platzhalter freilich für all diejenigen, die ihre Seiten nach HTML oder XHTML validieren lassen wollen. Denn dazu müsste der Entwickler die DTD um die proprietären Attribute ergänzen, ansonsten wird sich der W3C-Validator mit der Fehlermeldung there is no attribute "spry:region" melden. Die aktuelle Version (Prerelease 1.2) enthält drei Include-Dateien.

  • SpryData.js: Eine Bibliothek, die den Zugriff auf die Daten von XML-Dokumenten ermöglicht.
  • xpath.js: Dabei handelt es sich um Google's Implementierung von XPath 1.0.
  • SpryXML.js: Diese Datei wird lediglich für einige mitgelieferte Beispielanwendungen benötigt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Frameworks ist Spry sehr gut dokumentiert. Aber auch dieser Umstand tröstet nicht darüber hinweg, dass man mit Platzhaltern arbeiten muss, die die Einhaltung bestehender Webstandards unmöglich machen.



Abb. 1: Eine Galerie auf Spry-Basis
Dojo Toolkit

Die Dojo Foundation ist für die Entwicklung des Dojo Toolkits verantwortlich. Dabei handelt es sich um ein freies Toolkit, mit dem man mittels AJAX (bzw. DHTML) Benutzeroberflächen erzeugen kann. Dojo ermöglicht nicht nur das Anlegen von Widgets, Übergängen und AJAX-Requests, auch ein HTML- und CSS-basiertes Widgetsystem ist im Paket enthalten, das sich beliebig nach HTML und SVG portieren lässt. Entwickelt wird das Dojo Tookit von namhaften Unternehmen wie IBM und AOL, die zusammen die Dojo Foundation betreiben. Dojo ist browserkompatibel und unterstützt aktuell IE 5.5+, Mozilla 1.2+, Firefox 1.0+, Safari 1.3.9+, Konqueror 3.4+ und Opera 8.5+. Wie einfach sich das Toolkit nutzen lässt, zeigt folgendes Beispiel:

Diese Syntax reicht bereits, um einen kleinen WYSIWYG-Editor anzulegen. Die benötigte Bibliothek wird über dojo.js eingebunden. Um anzugeben, welches Widget geladen werden soll, wird dojo.require plus der Name des Widgets (im aktuellen Beispiel Editor) verwendet. Welche Teile der geladenen Funktionalität letztendlich benötigt werden, bestimmt man über items, wobei textGroup für die Symbole fett, kursiv, unterstrichen und durchgestrichen steht. Über listGroup werden Symbole für geordnete Listen eingeblendet. Neben dem Editor existiert noch eine Vielzahl anderer Widgets, die sich ebenso einfach nutzen lassen. So gibt es bereits unter anderem Widgets für Slideshows, SVG-Grafiken, Popup-Fenster und Menüs. Derzeit ist die Mehrzahl dieser Widgets allerdings noch nicht dokumentiert, was einen Einsatz natürlich erschwert.



Abb. 2: Google Maps lässt sich ganz einfach integrieren

Trotz der Dokumentationsschwäche ist das Dojo Toolkit äußerst interessant. Denn kaum ein anderes Tool erlaubt es, AJAX-Anwendungen so schnell und unkompliziert zu erstellen. Ein weiterer Pluspunkt sind sicherlich die Unternehmen, die hinter dem Dojo Toolkit stehen. So kann man als Entwickler doch mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass es das Produkt auch in einem Jahr noch geben wird. Erst kürzlich hat IBM angekündigt, dem Dojo-Projekt Code zur Verfügung zu stellen, damit das Toolkit um Funktionen zur Internationalisierung und Barrierefreiheit erweitert werden kann. Zu diesem Zweck wird die von IBM mitentwickelte Dynamic Web Accessibility in Dojo aufgenommen. Sie sorgt dafür, dass sich Online-Anwendungen besser per Tastatur bedienen lassen. Einen Schönheitsfehler hat das Dojo Toolkit allerdings: Valides HTML lässt sich damit leider nicht realisieren. Denn ebenso wie andere IDEs und Frameworks arbeitet auch Dojo mit proprietären Attributen. So werden Ihnen bspw. immer wieder die Attribute dojoType und demoRegistryUrl begegnen, die natürlich von jedem HTML-Validator als Fehler gewertet werden.

 

Kommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Als Gast kommentieren:

Gastkommentare werden nach redaktioneller Prüfung freigegeben (bitte Policy beachten).