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Expression Web im Praxistest

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Expression Web im Praxistest

Entwickler Magazin

Der Artikel "Expression Web im Praxistest" ist zuerst erschienen im Entwickler Magazin 6.2011

Man kennt das ja aus anderen Branchen. Drei Juristen und vier Meinungen. Oder aus dem Bereich der Medizin: Fragt man drei Herren (oder Damen) in "Weiß", kann es einem passieren, dass man unterschiedliche Aussagen bezüglich der bestmöglichen Therapie bekommt. So ist es in hoch spezialisierten Fachgebieten. Auch im Bereich der Entwicklung von Webauftritten könnte das Meinungsbild über die richtige Technologie kaum weiter auseinandergehen. Die einen schwören auf die vollständig manuelle Erstellung mittels Editor und reinem HTML-Code. Das andere Extrem ist der unmittelbare Griff zu einem Content-Management-System (CMS) und sei der Webauftritt noch so übersichtlich. Oftmals in der Kritik standen bisher Programme, die dem Nutzer suggerierten, dass man für das Erstellen einer Webseite keinerlei Kenntnisse in den Webtechnologien benötigt. Mit diesen Tools konnten durchaus auch professionell wirkende Webauftritte erstellt werden. Der Anwender hatte jedoch fast keine Kontrolle über den erzeugten (HTML-)Code. Dessen Struktur war oft unübersichtlich und schlecht wartbar. Auch mit der Kompatibilität bei verschiedenen Browsern und Systemen war es nicht immer zum Besten bestellt. Das war größtenteils eine Folge davon, dass die Standardisierungsvorgaben des World Wide Web Consortium (W3C) nicht immer peinlich genau umgesetzt wurden.

Microsoft Expression Web, Mitglied der Expression Softwarefamilie (Kasten: "Softwarefamilie: Microsoft Expression") ist ein professionelles Werkzeug zur Erstellung von Webseiten. Es bietet in einer Dualansicht sowohl die unbestreitbaren Vorzüge eines WYSIWYG-Webeditors, als auch die vollständige Kontrolle über den generierten Code. Änderungen in der Codeansicht werden unmittelbar in der DESIGN-Ansicht sichtbar. Auch für den umgekehrten Weg gilt das, d. h. Anpassungen im Design führen zu einer automatischen Anpassung des Quellcodes.

Softwarefamilie: Microsoft Expression

Microsoft Expression Blend ist eine Softwarefamilie zur Gestaltung von Bildern, Grafiken, HTML-Seiten, Benutzeroberflächen und ganzen Webauftritten. Sie enthält vier Anwendungen: Expression Blend, Expression Web, Expression Design und Expression Encoder. Mit der Expression-Reihe zielt der Softwarekonzern auf Entwickler und Designer im Multimediabereich und macht damit primär dem Softwarehaus Adobe Systems mit dem Produkt Dreamweaver Konkurrenz [1].

Microsoft Expression Blend

Das ist das zentrale Element aus der Expression-Familie und dient als Designwerkzeug für die interaktive Gestaltung von grafischen Benutzeroberflächen auf der Basis von Windows Presentation Foundation (WPF). Es arbeitet als WYSIWYG-Editor für XAML, der Auszeichnungssprache für WPF-Anwendungen. Die Möglichkeiten der Gestaltung gehen deutlich über die des Designers von Visual Studio 2010 hinaus. Ein gegenseitiger Austausch der erstellten Projektdateien ist möglich. Das Bedienkonzept richtet sich in erster Linie an den Designer und nicht an die codeorientierte Herangehensweise eines Softwareentwicklers.

Microsoft Expression Web

Bei diesem Produkt handelt es sich um eine Entwicklungsumgebung für Webseiten. Es ist der Nachfolger von Front Page, jedoch basierend auf einer neuen Codebasis und Konzeption.

Microsoft Expression Design

Expression Design ist ein Bildbearbeitungsprogramm. Es dient sowohl der Bearbeitung von vektor- als auch rasterbasierten Grafiken. Die erstellen Grafiken können in unterschiedlichen Formaten gespeichert werden, u. a. im Format für Photoshop (PSD) oder in XAML. XAML kann direkt in den Anwendungen Expression Blend und Visual Studio 2010 verwendet werden.

Microsoft Expression Encoder

Multimedia und Web gehören zusammen. Expression Encoder ist das Tool zum Erstellen und Bearbeiten von Multimediainhalten. Dabei werden Standards verwendet.


Auf den kommenden Seiten folgt:

  • Installation von Expression Web
  • Programmoberfläche
  • Erfassung der Inhalte: Text, Grafiken und Tabellen
  • Zentrales Element: Der Einsatz von CSS
  • Streifzug: Überblick zu wichtigen Programmfunktionen
  • Fazit
 

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