PHP Magazin

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Interview mit Roman Tsjupa

PHPixie - Ein zauberhaftes Framework

Corinna Kern

Frameworks gibt es wahrlich zur Genüge: Jedes zeichnet sich durch seine ganz eigene Zusammensetzung aus, manche dienen für hoch komplexe Websites, andere sind einfach nur Spinnerei.
Wie kann man sich da als Entwickler eigentlich noch von der breiten Masse abheben? Das leichgewichtige Framework PHPixie macht's mit einem bewussten Stilbruch vor. Wir haben mit dem Entwickler Roman Tsjupa gesprochen.

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PHP Magazin: Frameworks werden meist entwickelt, um ein spezifisches Problem zu lösen. Wofür wurde PHPixie in erster Linie entwickelt?

Roman Tsjupa: Bis vor ein paar Jahren habe ich sowohl für die Arbeit als auch für meine privaten Projekte das Kohana Framework verwendet. Aber immer wieder änderte ich dabei hier und da Dinge, um es mehr auf meine Bedürfnisse zuzuschneiden. Zunächst waren es nur wenige und kleine Dinge, aber mit der Zeit hatte ich eine ganze Reihe Patches gemacht, die ich inzwischen überall nutzte. Einige meiner eigenen Seiten wurden plötzlich deutlich stärker frequentiert und aufgrund der Tatsache, dass das Hosting mit einem eher bescheidenen VPS gestemmt wurde, musste ich mir Gedanken über die Performance machen - das war der Punkt, an dem die Entwicklung begann. Ich wollte ein Framework, das gerade genug Features beinhaltet, um schnelles Development zu gewährleisten und gleichzeitig ein Minimum an Overhead verursacht. Es gibt durchaus einige Microframeworks, wie z.B. Slim, die ich stattdessen hätte benutzen können, aber diese bieten einfach nicht den vollen Stack, den man für sein Development benötigt. Das heißt, man muss zusätzliche Komponenten installieren, um mit der Datenbank zu arbeiten, Templates zu rendern etc. Diese Komponenten sind unter Umständen auch nicht sehr Performance-fördernd, und da sie ein fremder Bestandteil des eigentlichen Frameworks sind, muss man dann auch noch Wrapper schreiben, um sie besser zu integrieren. PHPixie geht einen einfachen und effektiven Weg mit Komponenten: Die meisten Features, die ein Entwickler brauchen könnte, werden bereitgestellt, während Features, die das System verkomplizieren könnten, ausgelassen werden. Die Devise lautet: "Simple things should be simple, hard things should be possible!"

PM: Auf deiner Website ist zu lesen "Wenn Sie schon jemals mit irgendeinem anderen PHP Framework gearbeitet haben, werden Sie unweigerlich Ähnlichkeiten erkennen und sich mit der neuen Umgebung sofort auskennen." Was macht PHPixie dennoch besonders im Vergleich zu anderen PHP Frameworks? Warum sollten Entwickler es nutzen?

R.T.: Es gibt zwei Gründe: Der Erste ist die Geschwindigkeit, aber das hat nicht für jeden Priorität. Enterprise-Level Websites, die mit komplexem Framework und Bibliotheken gebaut sind, haben üblicherweise sehr gutes Hosting und müssen sich über Overhead zumindest bis zu einem gewissen Grad keine Gedanken machen. Geschwindigkeit ist eher ein Thema für Entwickler, die mit Shared Hosting oder einem weniger starken VPS arbeiten - und davon gibt es viele. Der zweite Grund ist die Einfachheit. PHPixie ist klein und einfach gehalten. Man könnte den gesamten Sourcecode von PHPixie in der gleichen Zeit lesen, wie einige Seiten einer komplexen Dokumentation. Fortgeschrittene Entwickler bevorzugen normalerweise ein System über das sie die volle Kontrolle haben, statt ein Feature-rich Enviroment. PHP-Neulinge werden es zu schätzen wissen, wie einfach sie mit ihrem Projekt starten können und wie schnell sie einen Überblick über die PHPixie Internals und die MVC Architektur als Ganzes erhalten. Es ist also ein Framework für Leute, die gerne experimentieren und dabei die volle Kontrolle haben, Leute die limitierte Ressourcen haben, die noch nicht allzu erfahren mit Web Development sind oder die ihre Seite schnell hochziehen und laufen lassen wollen.



Das Pixie-Thema begegnet uns auch im Code

PM: Die Projekt-Website ist sehr spielerisch, man könnte fast schon sagen kitschig designt. Welches Feedback hast du bisher dazu bekommen?

R.T.: Ich denke PHP hat schon einen großen Anteil an seriösen, Enterprise-Level Libraries und Frameworks. PHPixie geht mehr in die "Programming is Fun"-Richtung. Eigentlich kann man es recht gut mit Linux-Distributionen vergleichen. Firmen nutzen üblicherweise die bewährten, stabilen Distributionen, wie Debian oder Red Hat. Aber die eigentliche Community experimentiert gerne mit neuen und interessanten Dinge, weswegen Distributionen wie Tiny Core, Puppy und LFS viel Aufmerksamkeit ernten. Solche Experimente eröffnen ganz neue Möglichkeiten für den technischen Fortschritt. Das UI der Website und der Name betonen bei meinem Framework, dass der Fokus von PHPixie der Spaß bei der Webentwicklung sein soll. Ich habe sehr unterschiedliches Feedback dazu erhalten, besonders seit ich die Voice Presentation auf der Startseite hinzugefügt habe. Manche Leute finden das absolut übertrieben und halten es für einen viralen Scherz. Andere sind zunächst über die Referenzen zu Feen und Elfen auf der Website und in den Tutorials amüsiert, sehen es aber schon bald als erfrischende Abwechslung zur gewöhnlichen Dokumentation. Ich freue mich besonders wenn ich Feedback erhalte nach dem Motto "Nachdem ich die Startseite gesehen habe, habe ich den Code angeschaut, nur um mich zu überzeugen, wie schlecht er wohl sein wird .doch dann stellte ich fest, dass er tatsächlich ziemlich gut ist." Ich schätze, es hängt ganz vom Sinn für Humor ab.



Die Startseite von www.phpixie.com

PM: Wie bist du Web-Entwickler geworden, und was gefällt dir an der Webentwicklung?

R.T.: Das war vermutlich auf eine sehr Geek-hafte Weise. Als ich noch zur Schule ging, mochte ich RPG-Spiele, spielte jeden Freitag Tabletop Dungeons & Dragons mit Freunden und verbrachte viel Zeit damit an meinem PC herumzuschrauben und damit zu experimentieren. Ich wollte unbedingt ein Spieleentwickler werden und glücklicherweise fand ich eine Firma, die Spiele für's Web macht. Was ich besonders an der Webentwicklung mag, ist das man sehr leicht Leute erreichen kann, es gibt immer ein Publikum, das man versorgen kann und man fühlt sich geehrt, wenn man weiß, dass jemand täglich deine Website besucht.

PM: Vielen Dank Roman!

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Roman Tsjupa ist PHP Web Development Team Lead. Er entwickelt seit über 8 Jahren Websites (er began mit 16 Jahren) und obwohl sein Hauptfokus auf PHP/JavaScript liegt, hat er ebenfalls bereits mit Flash and Python gearbeitet. Roman ist der Überzeugung, dass Programmierung als ein Akt des Erschaffens in erster Linie Spaß machen und unterhalten und vor allem immer das Interesse wecken sollte.
 

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