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Verkaufsfördernde Maßnahmen

Amazon per API auf die eigene Webseite bringen

Verkaufsfördernde Maßnahmen

Stefan Reimers
Der eigene Shop

Mit den Methoden der Listings 1 bis 3 umfasst die Klasse Amazon alle grundlegenden Operationen, um als Backend für einen eigenen Shop zu fungieren. Es würde an ein Wunder grenzen, wenn es nicht bereits einige PHP-Klassen gäbe, die diese API nicht schon angebunden hätten. Im Amazon-Partnernet findet sich bereits eine gute Implementierung in den Beispielcodes. Darüber hinaus gibt es eine Library für das PHP-Framework CodeIgniter . Und zu guter Letzt bietet Amazon ein AWS SDK for PHP, das aus dem Projekt CloudFusion hervorgegangen ist. Der Macher von CloudFusion steht seit März 2010 bei Amazon unter Vertrag und hat seine Library gleich mitgenommen.

Unter [4] ist ein Beispiel für die Verwendung der hier beschriebenen Listings zu finden: ein fiktiver Shop, der Tablets anbietet. Die Applikation setzt stark auf JavaScript und verwendet die eigene Serverseite nur noch als Proxy zum Aufruf der Product Advertising API und als Cache (Kasten: "Das Kleingedruckte") sowie zum Logging der Nutzeraktionen.

Abb. 2: Mit Powerpoint skizzieren wir das Layout des späteren ShopsAbb. 2: Mit Powerpoint skizzieren wir das Layout des späteren Shops

Beim Einsatz eines eigenen Shops sollte man sich gleich am Anfang folgende Frage stellen - gerade wenn man ein reines Provisionsgeschäft ohne eigene Produktpalette betreibt: Was sollte den Besucher meiner Webseite dazu verleiten, einen dort beworbenen Artikel an Ort und Stelle zu kaufen? Warum sollte er nicht zu Amazon wechseln und es dort direkt einkaufen? Immerhin wird ihm das Geschäftsmodell sofort präsent sein: Unabhängig von eventuellen Amazon-Logos auf der Shopseite wird man zur Kaufabwicklung an den Onlineprimus verwiesen und benötigt dort zudem noch ein Benutzerkonto – im Shop wiederum keines.

Man muss also Kaufanreize schaffen, selbst Funktionalitäten umsetzen und anbieten, die den eigenen Shop von Amazon abheben. Dies kann auf vielfältige Weise geschehen, beispielsweise eine dynamisch nachgeladene Artikelliste und die Möglichkeit, eine Handvoll Artikel auszuwählen und zum direkten Vergleich nebeneinander darzustellen.

Weitere Kaufanreize schaffen es, ähnliche Produkte anzupreisen, für die sich ein Kunde zusätzlich interessieren könnte. Das kann zum Beispiel Zubehör für einen Artikel im Warenkorb sein oder aber eine Alternative zum ausgesuchten Produkt. Um Vorschläge zu unterbreiten, muss der potenzielle Kunde aber erst einmal aus der Deckung kommen und zeigen, wo seine Interessen liegen. Das tut er auf unterschiedliche Art und Weise: Entweder gibt er einen Begriff in die Suchleiste ein, oder er sieht sich die Detailseite bestimmter Produkte an. Im einfachsten Fall sammelt er Artikel in seinem Warenkorb.

Amazon nutzt diese Informationen sehr offen und exzessiv aus. Wenn Sie online erst einmal einen Korkenzieher gekauft haben, weil der alte auf der letzten Party verschwunden ist, können Sie sich sicher sein, bei den nächsten Besuchen auf http://www.amazon.dediverse Angebote zu Küchenkleingeräten auf der Startseite zu finden. Dahinter verbirgt sich eine klassische Assoziationsanalyse, besser bekannt als Warenkorbanalyse : Basierend auf den vergangenen Einkäufen aller Kunden wird ermittelt, welche Artikel beim Kauf von Produkt xy zusätzlich im Einkaufskorb landeten. Das Product Advertising API bietet diese Funktionalität übrigens bereits über die Funktion SimilarityLookup an (nicht in den obigen Listings enthalten).

Fazit

Ich bin Amazon!" könnte man denken, wenn man das Product Advertising API erst einmal nutzt und den Funktionsumfang verinnerlicht hat. Vor allen anderen Dingen ermöglicht die Programmierschnittstelle, Amazon-Daten vollständig zu integrieren - zum einen um sie nahtlos ins eigene Layout einzuarbeiten, zum anderen um sie weiter zu verarbeiten und mit eigener Funktionalität auf ihnen aufzubauen. Das ist so weder mit Text-/Bannerlinks noch mit den alternativen aStores machbar. Aus diesem Vorteil ein attraktives Werbeangebot und somit einen Provisionsertrag zu generieren, obliegt allein dem Seitenbetreiber.

Stefan Reimers ist studierter Wirtschaftsinformatiker und implementiert seit 2002 im PHP- und Webumfeld. Sein Wissen gibt er in Fachmagazinen, als Buchautor ("PHP 5.3 und MySQL 5.5") und über http://www.phpundmysql.de an Interessierte weiter.
 

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